
Wie fühlt es sich an, plötzlich Europameister zu sein?
Emil Pallmann: Das ist schwierig zu beschreiben. Grundsätzlich fühle ich mich nicht grossanders. Irgendwie versteht man das selbst auch noch nicht richtig, weil es lange auch einfach nur ein Traum war, und plötzlich ist man es und man checkt es gar nicht richtig.
Wann haben Sie während des Wettkampfs realisiert, dass Gold möglich seinkönnte?
Emil Pallmann: Das es möglich ist, wussten wir schon seit Beginn des Wettkampfs, da wir alle Teilnehmer dieses Wettkampfes bereits schlagen konnten. Doch wir wussten auch, dass wir in der Finalrunde erstmal eine saubere Runde über die Bühne bringen mussten, sonst hätte der Traum auch ganz schnell wieder zerschlagen werden können.
Was war an der EM der emotionalste oder schwierigste Moment für Sie?
Emil Pallmann: Sicherlich waren das die Augenblicke vor der Finalrunde, als wir gespannt eingewärmt hatten und gewartet hatten, bis wir an der Reihe waren. Die Nervosität und gleichzeitig der Druck, den man da verspürt – das ist einzigartig. Man weiss, man kann es schaffen, aber jeder kleinste Fehler reicht aus, um sich tiefer zu platzieren.
Gibt es Momente, in denen die Kombination von Schule und Leistungssportbesonders herausfordernd ist?
Emil Pallmann: Das sind klar die Momente, in denen man viele Prüfungen hat, zu Hause dafür lernen muss und danach noch ins Training muss, und das, ob man will oder nicht. Denn auf diesem Level kann man nicht einfach aufgeben, wenn man keine Lust hat, genau in diesen Momenten muss man weitermachen, um Fortschritte zu erzielen und besser zu werden als die Rivalen.
Was fasziniert Sie persönlich am Rock’n’Roll-Tanzsport am meisten?
Emil Pallmann: Mich fasziniert am Rock’n’Roll vor allem die Schnelligkeit und Präzision in Verbindung mit Akrobatik und tänzerischen Elementen. Viele verbinden Rock’n’Roll direkt mit klassischem Tanz, was es jedoch überhaupt nicht ist. Es kommen hier viele verschiedene Aspekte zusammen, die sich grundlegend vom klassischen Tanz unterscheiden. Zudem erfordert es Ausdauer und Kraft, eine Choreographie auszuführen, was man sich aber nicht anmerken lassen darf, denn für die Wertungsrichter soll es nicht anstrengend aussehen. Das alles bildet für mich einen einzigartigen Sport, den ich schon lange und gerne mache.
Haben Sie ein Ritual oder eine besondere Gewohnheit direkt vor einemWettkampf?
Emil Pallmann: Grundsätzlich habe ich nicht so Rituale vor einem Wettkampf. Ich gehe früh schlafen und esse etwas, was mir Energie gibt. Ich fokussiere mich im Kopf und motiviere mich, bis zur letzten Runde alles zu geben.
Welche sportlichen Ziele verfolgen Sie nach dem Gewinn des EM-Titels?
Emil Pallmann: Nach dem EM-Titel ist der WM-Titel an der Reihe. Die jährliche Weltmeisterschaft wird im Herbst stattfinden und wir werden bis dahin alles geben, um uns auch dort den ersten Rang zu holen. Es wird nicht einfacher werden, da nun wir die Gejagten sind und die Konkurrenz nicht schlechter wird. Aber wie gesagt, wir werden alles geben, um uns im letzten Jahr in dieser Kategorie Weltmeister nennen zu können.
Fragen: Thomas Moll / Bild: zVg