Jugend macht Politik

Parlamentsdebatte als Höhepunkt: Die FDP bringt ihre Motion zu Hochschulabsolventen durch

66 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums simulieren eine Woche lang den eidgenössischen Parlamentsbetrieb. Sie verfassen Motionen, organisieren Pressekonferenzen und müssen sich in einer Parlamentsdebatte bewähren. Dieser Blog hält Sie auf dem Laufenden.

‍

+++

‍

Politjournal (Folge 3): Höhepunkt und Abschluss von «Jugend macht Politik»
Freitag, 25. September 2026

In der dritten und letzten Folge des Politjournals befassen wir uns mit den Tagen 3 und 4. Am dritten Tag fanden am Morgen zwei Exkursionen und am Nachmittag die Wandelhalle statt, wo die Politikerinnen und Politiker Allianzen schmiedeten. Der Höhepunkt des Projektes «Jugend macht Politik» ist aber die Debatte am vierten und letzten Tag. In unserem letzten Video fassen wir die Debatte zusammen und bringen Stimmen.

Aida Kürsteiner (4md), Halida Barjrami (4mz), Simon Siegfried (4me)

‍

‍

+++

‍

Parlament will gut ausgebildeten Menschen den Aufenthalt in der Schweiz erleichtern
Freitag, 25. September 2026

Am Donnerstag hat sich das Parlament gegen die Neutralitätsinitiative ausgesprochen. Die Motionen hatten einen schweren Stand. Angenommen wurde nur jene der FDP: Hochschulabsolventen aus dem Ausland sollen einfacher in der Schweiz bleiben können. Am Ende vergab die Fachjury zwei Preise: Ella Engel (4md) von der SVP hielt die beste Einzelrede, und als Fraktion wurde die Mitte ausgezeichnet.

Die Debatte zur Neutralitätsinitiative bot keine grosssen Überraschungen. Während die SVP eine emotionale und klare Haltung für eine strengere Verankerung der Neutralität vertrat und betonte, dass die Schweiz ihre Unabhängigkeit bedingungslos wahren müsse, stellte die Mehrheit der übrigen Parteien die internationale Verantwortung und die Handlungsfähigkeit der Schweiz in den Vordergrund. Die SP lehnte die Initiative entschieden ab und argumentierte, diese komme einer bedenklichen «Russlandannäherung» gleich. Sie forderte stattdessen die Verurteilung Russlands als Aggressor sowie das Beibehalten von Sanktionen und eingefrorenen Oligarchengeldern. Auch die FDP und Die Mitte positionierten sich klar gegen die Annahme. Die FDP warnte vor einer Schwächung der Wirtschaft und plädierte dafür, die bewährte, flexible Praxis beizubehalten. Die Mitte betonte, dass eine starre Neutralität den Handlungsspielraum gegenüber den europäischen Nachbarn massiv einschränke. Ähnlich argumentierten die Grünen und die GLP, die ebenfalls die Wahrung des flexiblen Handlungsspielraums und eine klare Haltung gegenüber Russland forderten. Da sich auch der Bundesrat gegen die Vorlage aussprach und sie ablehnte, spiegelte das gesamte Parlament damit die realen Mehrheitsverhältnisse und Positionen wider. Die Abstimmung wurde mit 41 Nein-Stimmen (aller übrigen Parteien) bei 9 Ja-Stimmen (8 der SVP und 1 Abweichler der FDP) und keinen Enthaltungen deutlich abgelehnt.

‍

Politische Debatte im Grossen Bürgersaal vom Rathaus Frauenfeld. Bild: Danielo Meyzis (4mb)

‍

Im zweiten Teil der Debatte stellten die Parteien ihre eigenen Motionen vor. Dabei erklärten sie die Hintergründe ihrer Forderungen und versuchten, die anderen Fraktionen von ihren Vorschlägen zu überzeugen. Anschliessend wurde über jede Motion einzeln abgestimmt, wodurch sichtbar wurde, welche Parteien gemeinsame Positionen vertraten und wo politische Unterschiede bestanden. Wichtig bei der Beurteilung der Abstimmungsresultate ist, dass bei der Abstimmung kein Fraktionszwang herrschte. Das heisst, die oder der Einzelne war nicht verpflichtet, nach der Parteilinie abzustimmen. Nachfolgend sind die Abstimmungsresultate in Kürze zusammengefasst.

Die Mitte stellte die Motion «Stimmpflicht bei eidgenössischen Abstimmungen» vor. Ziel war es, die politische Beteiligung zu erhöhen und mehr Menschen zur Teilnahme an Abstimmungen zu bewegen. Für die Motion stimmten SVP und Grüne, da sie die Stärkung der Demokratie, die Bedeutung des Stimmrechts als Privileg und eine höhere Beteiligung der Bevölkerung unterstützten. Dagegen stimmten SP, FDP und GLP, da sie eine Einschränkung der persönlichen Freiheit, einen Eingriff in die Privatsphäre sowie einen hohen administrativen Aufwand kritisierten. Auch der Bundesrat empfahl eine Ablehnung der Motion. In der Schlussabstimmung wurde die Motion mit 26 Nein-Stimmen, 18 Ja-Stimmen und 5 Enthaltungen (49 Stimmen) abgelehnt.

Die SP brachte die Motion «Vergünstigungen für Studierende im öffentlichen Verkehr» ein. Ziel war es, Studierende finanziell zu entlasten und günstigere ÖV-Angebote zu ermöglichen. Für die Motion stimmten GLP und Grüne, da sie eine finanzielle Unterstützung für Studierende, mehr Unabhängigkeit sowie eine Förderung des öffentlichen Verkehrs und der Umwelt unterstützten. Dagegen stimmten SVP, FDP und Mitte, da sie die hohen Kosten, die fehlende Finanzierung und eine mögliche Ungleichbehandlung gegenüber anderen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern kritisierten. Auch der Bundesrat empfahl eine Ablehnung der Motion. In der Schlussabstimmung wurde die Motion mit 30 Nein-Stimmen, 10 Ja-Stimmen und 9 Enthaltungen (49 Stimmen) abgelehnt.

Die GLP präsentierte die Motion zur Förderung von künstlicher Intelligenz. Ziel war es, die Entwicklung von KI zu unterstützen und gleichzeitig eine nachhaltige und umweltfreundliche Umsetzung sicherzustellen. Für die Motion stimmten Grüne und SP, da sie darin Chancen für Wirtschaft und Gesellschaft sowie eine langfristige Sicherung der Zukunft sahen. Dagegen stimmten SVP, FDP, Mitte und der Bundesrat, da sie die Motion als wenig klar ausgestaltet betrachteten und Einschränkungen für den KI-Sektor befürchteten. Zudem wurden der steigende Strombedarf, mögliche zusätzliche Stromimporte sowie die Gefahr einer Verlagerung von Rechenzentren und Unternehmen ins Ausland als Gegenargumente genannt. In der Schlussabstimmung wurde die Motion mit 26 Nein-Stimmen, 17 Ja-Stimmen und 5 Enthaltungen (1 Person abwesend, 48 Stimmen) abgelehnt.

Die SVP präsentierte die Motion «Faire Besteuerung von Personenwagen». Im Zentrum stand die Forderung, die Besteuerung von Fahrzeugen künftig nach dem Gewicht, statt nach der Leistung auszurichten. Als Argumente dafür wurden eine gerechtere Besteuerung und eine stärkere Berücksichtigung der Belastung durch schwere Fahrzeuge genannt. Für die Motion stimmte die SVP, da sie eine Anpassung des bisherigen Systems unterstützte. Dagegen stimmten Grüne, FDP, Mitte und GLP, da sie Nachteile für Elektroautos, zusätzliche Bürokratie und mögliche falsche Anreize kritisierten. Auch der Bundesrat empfahl eine Ablehnung der Motion. In der Schlussabstimmung wurde die Motion mit 31 Nein-Stimmen, 12 Ja-Stimmen und 5 Enthaltungen (1 Person abwesend, 48 Stimmen) abgelehnt.

Die Grünen stellten ihre Motion zu klaren Kriterien bei Lohnerhöhungen und besseren Chancen für Frauen bei Beförderungen vor. Im Mittelpunkt standen gerechtere Arbeitsbedingungen, transparente Kriterien und gleiche Chancen im Berufsleben. Für die Motion stimmten SP und GLP, da sie transparente und einheitliche Kriterien bei Beförderungen sowie eine faire Beurteilung unabhängig vom Geschlecht unterstützten. Dagegen stimmten FDP, Mitte, SVP und der Bundesrat, da sie zusätzliche Vorschriften als nicht zielführend betrachteten. Zudem wurde kritisiert, dass viele Kriterien nicht objektiv messbar seien und Gleichberechtigung bereits gesetzlich geregelt sei. In der Schlussabstimmung wurde die Motion knapp mit 24 Nein-Stimmen, 23 Ja-Stimmen und 1 Enthaltung (1 Person abwesend, 48 Stimmen) abgelehnt.

Die FDP brachte die Motion «Arbeitsmarkt: Bildungsinvestitionen im Land behalten» ein. Im Zentrum stand die Forderung, Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen aus Drittstaaten länger in der Schweiz zu behalten. Dadurch sollen mehr gut ausgebildete Personen im Land bleiben und dem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden. Für die Motion stimmten GLP, SVP, Grüne und der Bundesrat, da sie den wirtschaftlichen Nutzen und die Bekämpfung des Fachkräftemangels unterstützten. Dagegen stimmten Mitte und SP, da kritisiert wurde, dass die Motion vor allem auf Masterabschlüsse ausgerichtet sei und Studierende nicht nur als Arbeitskräfte betrachtet werden sollten. In der Schlussabstimmung wurde die Motion mit 16 Nein-Stimmen, 21 Ja-Stimmen und 11 Enthaltungen (48 Stimmen) angenommen.

‍

Abstimmung im Grossen Bürgersaal vom Rathaus Frauenfeld. Bild: Danielo Meyzis (4mb)

‍

Zum Schluss bewertete die Jury die Debatte nach Argumentation, Aufbau, Überzeugungskraft und Flexibilität. Die beste Einzelrede hielt Ella Engel (4md) von der SVP. Als insgesamt überzeugendste Partei wurde die Mitte ausgezeichnet, da sie ihre Position klar vertrat, ausgewogene Argumente einbrachte und verschiedene Standpunkte nachvollziehbar darstellte.

Alexander Schaller (4mb), Florian Wohlgensinger (4mc) und Danielo Meyzis (4mb)

‍

+++

‍

Ein paar Eindrücke von der Parlamentsdebatte
Donnerstag, 24. September 2026

Du hast die Debatte und die Abstimmungen verpasst? Keine Sorge, wie haben dir ein paar Momente zusammengeschnitten. Im eindrucksvollen Rathaus von Frauenfeld konnten die Schülerinnen und Schüler einen Hauch von Politik aktiv erleben. Ob es durch die Abstimmungen oder die einzelnen Reden war – unser neuste Clip liefert ein paar Eindrücke.

Zoé Ruggieri (4mb), Sheila Zafon (4ma) und Yelena Abderhalden (4ma)

‍

+++

‍

Die Parteien stellen ihr Motionen vor
Donnerstag, 24. September 2026

Studententarife im öV? Umweltfreundlichere KI? Oder lieber Gleichberechtigung im Strassenverkehr? – Heute Nachmittag stehen die Motionen der Parteien bei der Parlamentsdebatte im Vordergrund. Wir haben Vertreterinnen und Vertretern der einzelnen Parteien gebeten, ihre Motionen kurz vorzustellen.

Zoé Ruggieri (4mb), Sheila Zafon (4ma) und Yelena Abderhalden (4ma)

---> FDP

---> GLP

---> Grüne

---> SVP

---> Mitte

---> SP

‍

+++

‍

Bundesräte, Parteipräsidenten und Medienverantwortliche der Parteien zu Gast bei Sandro Brotz
Donnerstag, 24. September 2026

Gestern Mittwoch hat eine Delegation der «Jugend macht Politik»-Woche das SRF besucht. «Arena»-Moderator Sandro Brotz hat sich für die Bundesräte, Parteipräsidenten und Medienverantwortlichen der sechs Parteien im «Sportpanorama»-Studio Zeit genommen, ein paar Tipps in Bezug auf die Auftrittskompetenz gegeben – und ein Insta-Reel gemacht.

DUL

‍

‍

+++

‍

Bald Fähnchen an vielen Orten: Eindrücke aus der Wandelhalle
Mittwoch, 23. September 2026

Noch ist die Wandelhalle leer und ruhig. Sämtliche Parteien befinden sich in ihren Räumen und arbeiten an ihren Motionen und sortieren noch ihre letzten Gedanken zu den Vorschlägen anderer Parteien.

Im Raum der SVP herrscht eine entspannte Stimmung. Eine Anspannung bezüglich der kommenden Begegnung in der Wandelhalle ist nicht zu spüren. Im Gegenteil, es werden viele lockere Gespräche über den kommenden Tag und die Debatte geführt. Einen Raum weiter herrscht ein ganz anderes Klima. Die Partei ist in einer strukturierten Diskussion. Im Gegensatz zu anderen Parteien wird hier nicht quer durcheinander diskutiert, sondern geordnet nacheinander gesprochen. Geführt wird das Ganze von der Lehrperson. Auffallend bei der SP ist, dass es beim Eintreten sofort ruhig wird. Nach einigen kritischen Blicken und einem kurzen Unterbruch wird die Diskussion fortgesetzt. Bemerkenswert ist, dass bereits vor der Begegnung in der Wandelhalle zwischen den Parteien Gespräche geführt und Kompromisse ausgehandelt wurden.

‍

‍

Mit dem Beginn der Begegnung in der Wandelhalle verändert sich die Atmosphäre deutlich. Die zuvor ruhigen Vorbereitungen weichen lebhaften Gesprächen und Verhandlungen. Es werden schnell Gruppen gebildet und man beginnt zu verhandeln und zu diskutieren. Der Raum ist gefüllt mit vielen lauten Stimmen. Viele der Diskussionen sind kurzweilig, während andere schon fast 15 bis 20 Minuten gehen. Mehrfach wechseln Schülerinnen und Schüler zwischen Gruppen, um mehr Unterstützer für ihre Vorschläge zu gewinnen. Augenfällig ist zudem, wie unterschiedlich einige Parteien auftreten. Einzigartig ist vor allem die SVP, welche Fähnchen erstellt hat, welche nach einiger Zeit an vielen Orten wiederzufinden sind. Die Beobachtungen machten deutlich, wie unterschiedlich die verschiedenen Parteien ihre Vorbereitungen und Verhandlungen gestalteten.

Florian Wohlgensinger (4mc)

‍

+++

‍

Schweizer Neutralität: Immer in Bewegung, nie starr
Mittwoch, 23. September 2026

Unser Blick in die Geschichte der Schweizer Neutralität im Landesmuseum Zürich und ein anschliessender Vortrag von ETH-Experte Dr. Daniel Möckli zeigten uns, wie vielschichtig die Schweizerische Neutralität ist. Zu der bald bevorstehenden Neutralitätsinitiative haben wir im Anschluss drei konkrete Aussagen von ihm festgehalten.

Zuerst wurden wir vor einen Wandteppich geführt, der das schweizerische Söldnerwesen darstellt. Beim Wandteppich kam die Frage auf, ob die Schweiz überhaupt neutral bleiben könne, wenn Schweizer in fremden Armeen kämpfen und dadurch Teil von Konflikten anderer Länder werden. Das zeigte uns einen ersten historischen Aspekt der Schweizer Neutralität auf.

‍

‍

Ein weiterer Aspekt fiel uns im späteren Verlauf der Führung ins Auge, als wir ein Maschinengewehr aus dem Zweiten Weltkrieg betrachteten. Die Schweiz lieferte damals in begrenztem Masse Waffen und Vorprodukte an das nationalsozialistische Deutschland. Das ist ein historischer Fakt, der die Frage aufwarf, ob das bereits eine Verletzung der Neutralität gewesen sei. Einerseits forderte das Neutralitätsrecht eine strenge Gleichbehandlung aller Kriegsparteien, andererseits war die Schweiz wirtschaftlich herausgefordert und auf den Handel angewiesen.

‍

‍

Dieser historische Blick auf die schweizerische Neutralität machte uns klar, dass die Schweizer Haltung zur Neutralität nie starr war, sondern immer wieder neu ausgehandelt werden musste. Genau dieser Kontext führt uns in die Gegenwart und zur bald bevorstehenden Abstimmung über die Neutralitätsinitiative, bei welcher es ebenfalls um eine Definition der Neutralität geht.

Nach der Museumsführung haben wir das Thema der Neutralität und insbesondere der Neutralitätsinitative durch einen Vortrag von Dr. Daniel Möckli vertieft. Er leitet den Think-Tank des Center for Security Studies der ETH Zürich und war auch fürs Aussendepartement tätig. Unter anderem arbeitete er an einer von Bundesrat Ignazio Cassis beauftragten Zukunftsstrategie für die Schweizer Aussenpolitik mit. Zur Neutralitätsinitiative haben wir drei konkrete Aussagen aus seinem Vortrag festgehalten.

Erstens würde sich die Schweiz laut Möckli «weiter weg von ihren europäischen Partnern» positionieren. Die Initiative würde nach seiner Auslegung die Übernahme der EU-Sanktionen gegen Russland verhindern. Eine einseitige Aufhebung dieser Sanktionen würde die Beziehungen zu westlichen Partnern belasten.

Zweitens könnte die bisherige Zusammenarbeit mit der NATO zurückgehen. Möckli hält den Initiativtext hier für auslegungsbedürftig. Wäre eine Kooperation nur noch bei einem bevorstehenden Angriff auf die Schweiz erlaubt, würde dies seiner Einschätzung nach «einen Kooperationsabbau mit der NATO» bedeuten.

Drittens würde der Bundesrat an Flexibilität verlieren. Die Initiative würde einebestimmte Konzeption der Neutralität in der Verfassung festschreiben. Möckli betont, dass dies «den entsprechenden Handlungsspielraum des Bundesrats künftigeinschränkt». Politische Entscheidungen würden dadurch stärker vorgegeben.

Alexander Schaller (4mb), Andreas Weber (4mb) und Danielo Meyzis (4mb)

‍

Die Schülerinnen und Schüler zusammen mit Daniel Möckli (links) und Lehrerin Ekin Yilmaz.

‍

+++

‍

Politjournal (Folge 2): Die Motionen und der Bundesrat
Mittwoch, 23. September 2026

Am zweiten Tag des Projektes «Jugend macht Politik» entwerfen die Parteien ihre eigene Motionen und stellen diese am Nachmittag in einer Pressekonferenz gegenseitig vor. Zudem setzt sich der Bundesrat zum ersten Mal zusammen. In der zweiten Folge vom Politjournal werden die groben Ideen der Motionen geschildert und der Bundesrat vorgestellt. Ausserdem interviewen wir den SVP-Bundesrat Nico Jenni (4mz) und die SP-Bundesrätin Alina Karimani (4mb).

Aida Kürsteiner (4md), Halida Bajrami (4mz), Simon Siegfried (4me)

‍

‍

+++

‍

«Mache statt jufle»: Sechs Jungpolitikerinnen und Jungpolitiker im Porträt‍
Mittwoch, 23. September 2026

Am Montagnachmittag haben sechs Vertreterinnen und Vertreter der grossen Schweizer Parteien die Kanti Frauenfeld besucht. Im Rahmen der «Jugend macht Politik»-Woche haben sich die Jungpolitikerinnen und Jungpolitiker mit den Schülerinnen und Schülern ausgetauscht – und sie haben uns auch vor der Kamera Auskunft gegeben. Wir haben Justin Rose (SP), Rick Näf (FDP), Kerstin Jäger (Mitte), Aaron Kuratle (SVP), Silvio Schmutz (GLP) und Catrina Zollinger (Grüne) gefragt, wie sie in Politik gekommen sind, was sie von der Neutralitätsinitiative halten und was ihr politisches Motto ist.

Alexander Schaller (4mb), Andreas Weber (4mb) und Danielo Meyzis (4mb)

‍

‍

+++

‍

Die sechs Parteien der «Jugend macht Politik»-Woche im Kurzporträt
Dienstag, 22. September 2026

In unseren Kurzvideos beleuchten wir die Kernpunkte der einzlnen vertretenen Parteien und und die Klischees, die von ihnen im Umlauf sind. Zusätzlich hatten wir die Möglichkeit den Präsidenten und Vizepräsidenten Fragen zu stellen. Kurz und knackig – das ist unser Motto.  

Zoé Ruggieri (4mb), Sheila Zafon (4ma) und Yelena Abderhalden (4ma)

---> FDP

---> GLP

---> Grüne

---> SVP

---> Mitte

---> SP

‍

+++

‍

Wichtig für die Zukunft: Was Schülerinnen und Schüler zur «Jugend macht Politik»-Woche sagen
Dienstag, 22. September 2026


Oft hört man, dass sich Jugendliche nicht richtig mit Politik befassen. Sie seien desinteressiert und kümmerten sich zu wenig um ihr Land. Die Wahlbeteiligung sei oft tiefer als die von älteren Altersgruppen und die Auseinandersetzung mit Wahlthemen mangelhaft. Doch stimmt dies wirklich?

‍

Levi Ringenbach

‍

In den Interviews, die am ersten Tag der «Jugend macht Politik»-Woche geführt worden sind, bildet sich eine klare Meinung ab. Politik wird grundsätzlich als wichtig empfunden. Sie stellt jedoch keinen zentralen Teil im Alltag dar. Viele finden, dass sich Jugendliche mit Politik befassen müssen, da es auch ihre Zukunft sei und sie für ihr Land mitentscheiden möchten. Levi Ringenbach (4mc) sagt: «Ja, Politik interessiert mich, da ich bei meiner Zukunft, bei der Sicherheit meines Landes und bei meiner persönliche Freiheit mitbestimmen will.» Am meisten interessieren ihn wirtschaftliche und migrationsbezogene Themen. Er ist der Meinung, dass diese Themen mit der Sicherheit unseres Landes zusammenhängen, da es seiner Ansicht nach bei der Integration von Einwanderern teilweise Herausforderungen gebe.

‍

Muriel Bleick (3fa)

‍

Muriel Bleick (3fa) findet wiederum soziale Themen wie z.B. Friedenspolitik oder Integrationspolitik spannend, weil sie der Meinung ist, dass es diese für ein gemeinsames Zusammenleben brauche. Politik spielt für Muriel Bleick insgesamt eine grosse Rolle. Sie ist der Meinung, dass Politik zum Leben dazugehöre. Stören tut sie aber, dass Politik oft nur Show sei. Sie wünscht sich, dass Politik verständlicher und volksnäher wird. Auch Levi Ringenbach findet die aktuelle Politik problematisch, da viele Menschen abstimmen dürften, welche sich nicht mit dem Thema befasst hätten. Zudem denkt er, dass sich viele Leute einfach beeinflussen lassen und sich keine richtige Meinung bilden.

Bei der Frage, ob sie denken, dass mehr Politik in der Schule behandelt werden soll, waren die Meinungen etwas gespalten. Einige fänden das sehr wichtig, damit den Schülern ein besseres politisches Verständnis vermittelt werden kann, was ihnen bei der Meinungsbildung helfen soll. Andere finden, dass bereits genug Politik behandelt werde und es nicht nötig sei, den Schülern mehr zu vermitteln. Amelia Alija (4md) ist der Meinung, dass, wenn mehr Politik in Schulen unterrichtet würde, auch mehr Jugendliche wählen würden, da sie dann mehr Ahnung hätten und Themen sowie Zusammenhänge besser verstehen könnten.

‍

Damjan Aleksic (4mc)

‍

Alle erwarten von der Woche, dass sie einen spannenden Einblick in das politische System der Schweiz bekommen. Sie erhoffen sich spannende Debatten, Einblicke hinter die Kulissen des SRF-Studios und des Parlaments. Damjan Aleksic (4mc) sagt, er erhoffe sich, dass es nicht langweilig werde und dass man einen guten Einblick in das System bekommt. Er findet es cool zu sehen, was dahintersteckt und wie es hinter den Kulissen abläuft. Allgemein findet er es cool, so ein Spiel zu erleben, und hofft natürlich, dass seine Partei, die SVP, gewinnt.

Die Interviews zeigen, dass sich Jugendliche zwar oft nicht ausgiebig mit Politik auseinandersetzen, ein grundsätzliches Interesse jedoch sehr wohl vorhanden ist. Besonders die Sonderwoche «Jugend macht Politik» zeigt, dass sich Jugendliche sehr wohl für politische Themen interessieren. Das Problem scheint also nicht das Desinteresse der Jugend zu sein, sondern vielmehr, dass Politik oft als kompliziert und alltagsfern wahrgenommen wird.

Florian Wohlgensinger (4mc)

‍

+++

‍

Politjournal (Folge 1): «Das ist Demokratie: Jeder kann seine Meinung sagen»
Dienstag, 22. September 2026

Als Teil des Medienzentrums berichten wir über das Projekt «Jugend macht Politik», in dessen Rahmen 66 Schülerinnen und Schüler den Parlamentsbetrieb simulieren. Unsere Herangehensweise ist es, jeden Tag mit einem kurzen Video zusammenzufassen. In der ersten Folge unseres Politjournals sammeln wir erste Eindrücke und interviewen Schülerinnen und Schüler aus den verschiedenen Parteien. Mia Bischof (4mc) gefallen die inhaltlichen Auseinandersetzungen: «Das ist Demokratie», sagt sie. «Jeder kann seine Meinung sagen.»

‍Aida Kürsteiner (4md), Halida Bajrami (4mz) und Simon Siegfried (4me)

‍

‍

+++

‍

SVP-Kantonsrat Martin: «Neutralität schützt Bevölkerung vor Krieg»
Montag, 21. September 2026

Am Montagmorgen war SVP-Kantonsrat Oliver Martin an der Kanti Frauenfeld zu Gast. In seinem Referat legte er dar, was für die Neutralitätsinitiative spricht. Der wichtigste Punkt: Wirtschaftssanktionen. Diese müssten nach Annahme der Initiative oft nicht mehr mitgetragen werden. Das komme der Bevölkerung in den sanktionierten Ländern zugute, aber auch der Schweizer Wirtschaft. Zudem wären wir weniger exponiert, weil in der Verfassung stünde, dass die Schweiz keinem Militär- oder Verteidigungsbündnis beitreten und auch nicht mit einem solchen zusammenarbeiten soll. «Insofern schützt die Neutralität die Bevölkerung vor Krieg», so Martin.
Nach dem Referat stellten Schülerinnen und Schüler dem Politiker verschiedene Fragen. Ist es nicht ein Nachteil, wenn das Militär nach Annahme der Initiative nicht mehr mit anderen Armeen üben könnte? Werden wir je ein Militär haben, das so stark ist, dass es potenzielle Gegner abschreckt? Gibt uns Neutralität eine Garantie, nicht angegriffen zu werden? Und wie sollen wir wissen, dass die Neutralitätsinitiative eine Antwort ist, die auch in zehn oder zwanzig Jahren noch passt?
Auf alle Fragen hatte Oliver Martin eine Antwort. Für ihn ist klar: Dank der Initiative, die eine immerwährende und bewaffnete Neutralität fordert, hätten wir auch in zwanzig Jahren noch die richtige Lösung.

DUL

‍

SVP-Kantonsrat Oliver Martin im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern.

‍

+++

‍

«Jugend macht Politik»: Ein Parlament an der Kanti Frauenfeld
Montag, 21. September 2026

66 Viertklässlerinnen und Viertklässler machen mit bei «Jugend macht Politik». Das Ziel des Projekts ist, eine Woche lang den eidgenössischen Parlamentsbetrieb zu simulieren. Aus den Schülerinnen und Schülern werden Politikerinnen und Politiker. Sie finden sich in Fraktionen zusammen, erarbeiten politische Vorstösse und treffen sich abschliessend zu einer Debatte im Frauenfelder Rathaussaal.
Das Wochenthema ist die Neutralitätsinitiative, über die am kommenden Sonntag abgestimmt wird. Darauf – und auf die Volksinitiative ganz allgemein – ist Geschichtslehrer Michael Jung in seiner Begrüssung eingegangen. Im Anschluss hat er die Neo-Parlamentarierinnen und Parlamentarier gleich über zwei Fragen abstimmen lassen: Sollten Volksinitiativen im letzten Gymi-Jahr thematisiert werden? Und lohnt es sich, bei über fünf Millionen Stimmberechtigten überhaupt stimmen zu gehen? Das Ergebnis war klar: Eine deutliche Mehrheit wünscht sich Auseinandersetzung mit aktuellen politischen Fragen. Überdeutlich war die Antwort auf die zweite Frage: Einstimmig haben sich die Anwesenden dafür ausgesprochen, dass es sich lohnt, stimmen zu gehen.
Das ist eine gute Ausgangslage für diese Sonderwoche: Das Interesse für Politik ist da. Bereits heute tauschen sich die Neo-Parlamentarierinnen und Parlamentarier mit echten Jungpolitikerinnen und Jungpolitikern aus. Im Anschluss reichen sie Motionen ein, organisieren Pressekonferenzen und bereiten sich auf die grosse Schlussdebatte vor. Zu gewinnen gibt es auch etwas: Eine Jury kürt am Ende die beste Rede und die beste Fraktion.

DUL

‍

Geschichtslehrer Michael Jung stellt die sechs Volksinitiativen vor, die seit 2014 angenommen worden sind.