Meeresbiologiewoche 2026

Mikroskopieren im Labor, Nachtschnorcheln und eine lange Busfahrt

Die Meeresbiologiewoche auf der italienischen Insel Giglio wurde in diesem Jahr bereits zum vierten Mal durchgeführt. Insgesamt 15 Schülerinnen und Schüler der Gymnasiums- und FMS-Klassen 3m und 3f erforschten während einer Woche intensiv die Unterwasserwelt des Mittelmeers.
 
Die Anreise war lang: Nach einer zehnstündigen Busfahrt verpasste die Gruppe in Porto Santo Stefano die Fähre und musste auf die nächste Überfahrt warten. Vor Ort wohnten die Jugendlichen in Selbstversorger-Ferienwohnungen im Küstenort Giglio Campese, in derselben Überbauung wie das Institut für Marine Biologie.
 
Täglich absolvierten die Teilnehmenden vierstündige Unterrichtseinheiten unter der Leitung einer ausgebildeten Kursleiterin und zweier Assistenzkräfte. Auf dem Programm standen theoretische Grundlagen, Mikroskopieren im Labor und die Bestimmung von Organismen wie Plankton, Seesternen oder Krebsen. Die Gruppe beschäftigte sich intensiv mit Lebensräumen wie Hartböden, Sedimenten und Seegraswiesen sowie mit deren ökologischer Bedeutung. Thematisiert wurde auch die Bedrohung durch invasive Arten wie den Feuerfisch, der sich im Mittelmeer zunehmend ausbreitet und heimische Ökosysteme beeinträchtigen kann.
 
Die gelernten Theorieinhalte wurden bei täglichen Schnorchelgängen direkt in der Praxis angewendet. «Besonders gut fanden wir, dass wir das Gelernte bei den Schnorcheltouren direkt anwenden konnten. Dadurch sah man viele Dinge nochmals ganz anders als nur im Theorieunterricht», berichteten die Schülerinnen Meret, Lura und Salma. Neben den Exkursionen im Küstenbereich sorgte ein Bootsausflug mit zwei Schnorchelstopps in der Cala del Corvo und der Cala dell’Allume für weitere Einblicke in die Unterwasserwelt rund um Giglio.
 
Als Höhepunkt der Woche erwies sich das Nachtschnorcheln rund um den Torre. Für die nächtliche Exkursion wurden die Assistenzkräfte eigens von der Besitzerin des Instituts geschult, sodass jede Halbklasse von drei Fachkräften begleitet werden konnte. Im Dunkeln beobachteten die Jugendlichen nachtaktive Meerestiere wie Oktopusse, Drachenkopffische und Feuerwürmer. Besonders eindrücklich war die Biolumineszenz im Wasser. «Es war zuerst etwas ungewohnt, im Dunkeln ins Meer zu gehen, aber genau das machte es so besonders», schilderten die Schülerinnen. «Durch unsere Bewegungen begannen winzige Organismen im Wasser zu leuchten. Dadurch sah man überall kleine leuchtende Punkte im Meer.»
 
Die Kombination aus Theorie, Laborarbeit und eigener Anschauung hinterliess bei den Teilnehmenden einen nachhaltigen Eindruck. Die Schülerinnen zogen eine entsprechend positive Bilanz: «Insgesamt war die Meeresbiologiewoche auf Giglio eine sehr schöne und abwechslungsreiche Erfahrung. Wir konnten viel Neues lernen und gleichzeitig vieles selbst erleben, anstatt nur darüber zu lesen.»
 
Die Meeresbiologiewoche ist ein Angebot der Fachschaft Biologie. In diesem Jahr begleiteten die beiden Lehrpersonen Iris Gödekemeier und Janine Sprenger die Gruppe.
 
Bericht MOT; Fotos GÖD.