
Über mehrere Wochen hinweg beschäftigte sich die Klasse 1me im Deutschunterricht mit dem Heldenepos «Das Nibelungenlied». Dieser mittelalterliche Text vereint zahlreiche alte Erzählungen zu einem Mythos und wurde vielfach bearbeitet – sei es in Opern, Filmen oder literarischen Übertragungen. Letzteres war die Grundlage für den Unterricht der Klasse 1me: Die Klasse las Auguste Lechners Version «Die Nibelungen» und begegnete dabei sagenhaften Gestalten wie Brunhild, der geheimnisvollen Königin von Island, dem Drachentöter Siegfried, der schönen Burgunden-Prinzessin Kriemhild, und dem bis in den Tod ergebenen Hagen.
Zeitungsberichte zu verschiedenen «Nibelungen»-Episoden
Der Text wurde intensiv diskutiert und als abschliessende Aufgabe musste die Klasse eine Episode der «Nibelungen» in einem Zeitungsbericht verarbeiten. Dabei war es möglich, die Geschichte dem eigenen Gusto anzupassen. Eine bei den Schülerinnen und Schülern beliebte Episode war Siegfrieds Ermordung, die im mittelalterlichen Original von Hagen ausgeführt wird. In manchen Zeitungsartikeln wurde diese Täterschaft jedoch offengelassen oder Siegfried überlebte sogar – zumindest vorläufig – das Attentat. Weitere Episoden wie Kriemhilds prophetischer Traum, die abenteuerliche Fahrt der Burgunden über die Donau, Siegfrieds Kampf mit dem Drachen oder der Krieg der Burgunden-Könige gegen Lüdeger und Lüdegast boten ebenfalls Stoff für die Zeitungsberichte.
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Berichtreihe «Siegfried – Königssohn und Held»
Berichtreihe «Verrat! Ein Mord am Burgundenhof»
Berichtreihe «Von Kämpfen und Kriegen»
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Entstanden ist so ein Potpourri an den Texten, die in ihrer Vielfalt zeigen, wie anschlussfähig das mittelalterliche Nibelungenlied ist. Eine weitere kreative Umsetzung des Mythos wird vom Theaterfreikurs unter der Leitung von Stéphanie Maurer und David Thalmann umgesetzt. Welche Version des Nibelungenliedes am 27. und 28. Mai um 19.30 Uhr in der Aula der Kanti zu sehen sein wird? Bestimmt eine neue.
Text und Bilder: Andrea Möckli
