
Emil, was ist Ihnen in dem Moment durch den Kopf gegangen, als klar geworden ist, dass Sie zusammen mit Ladina Wohlgensinger Junioren-Vizeweltmeister im Rock’n’Roll sind?
Emil Pallmann: Erstmal nicht viel, es war surreal. Auf diesen Moment haben wir so lange hingearbeitet. Wir haben so viel investiert, wir haben von diesem Moment geträumt. Es war ein unglaublicher Moment, den ich so schnell nicht vergessen werde.
Was bedeutet Ihnen der Titel?
Emil Pallmann: Dieser Titel bedeutet mir natürlich sehr viel. Ich freue mich sehr, dass Ladina und ich dies zusammen erreicht haben, und es macht mich stolz, mit diesem Titel Schweizer Rock‘n‘Roll-Geschichte in der Kategorie «Juniors» zu schreiben. Wir hoffen, diese Geschichte weiterschreiben zu können. Denn trotz allem: Der Vize-Weltmeister ist noch nicht der Weltmeistertitel.
Wie viel Aufwand steckt hinter diesem Titel?
Emil Pallmann: Es sind etwa neun Stunden pro Woche, ab und zu kommen aber auch noch Trainingsweekends dazu. Das, was vermutlich viele unterschätzen, ist, wie viel Arbeit eigentlich im Kopf passiert und nicht nur physisch in diesen Trainingsstunden. Ich denke, der Kopf macht die meiste Arbeit.
Wie lange trainieren Ladina und Sie denn schon gemeinsam? Welches ist Ihr Erfolgsrezept?
Emil Pallmann: Wir trainieren schon neun Jahre lang zusammen. Ich denke, etwas, was uns ausmacht, ist, dass wir mit unserem Trainer zusammen ein sehr gutes und eingespieltes Team bilden. Unsere gute, freundschaftliche Beziehung hat einen positiven Einfluss auf unsere Leistungen. Natürlich sind es auch unsere gemeinsamen Ziele, die es einfacher machen, den Weg zusammen zu gehen. Ohne den anderen würden wir es nicht schaffen, solche Leistungen zu erzielen. Wir sind zwar nur zu zweit, aber wir sind trotzdem ein Team, und in diesem Team kommt's auf beide an. Uns beiden ist zudem wichtig, dass wir Spass haben und nicht versuchen, andere zu imitieren. Wir wollen unseren eigenen Stil tanzen.
Sie sagen's: Als Zweierteam sind sie ein kleines Team. Gehen Sie sich nie auf die Nerven?
Emil Pallmann: Ich denke, es ist – wie überall im Leben – normal, dass man sich ab und zu auf die Nerven geht. Aber wir behalten unser gemeinsames Ziel vor Augen – und lassen unsere Trainingsleistungen nicht von unnötigen Diskussionen beeinflussen.
Für Wettkämpfe sind Sie oft im Ausland, vielfach in Südosteuropa; die Weltmeisterschaften haben in Zagreb stattgefunden. Haben Sie manchmal auch Zeit für Sightseeing?
Emil Pallmann: Leider ist das selten der Fall. Meist ist es so, dass wir die Stadt höchstens sehen, wenn wir mit dem Car zum Wettkampf fahren. In diesen Fällen ist dann die Wettkampfhalle mein Sightseeing.
Wie gelingt es Ihnen, Schule und Leistungssport miteinander zu vereinbaren?
Emil Pallmann: Für mich ist das kein grosses Problem. Mir persönlich hilft es zu denken, dass man nicht überall eine Sechs schreiben muss, sondern auch etwas unter einer Sechs genügt. In stressigeren Zeiten priorisiere ich die Dinge, die mir wichtig sind. Hier kommt mir aber auch das Talentförderungsprogramm der Kanti sehr entgegen. Ich bin z. B. vom Schulsport dispensiert und bekomme Zeit zum Lernen – Zeit, die ich sonst nicht hätte.
Sie trainieren neun Stunden pro Woche, manchmal mehr, und um an Wettkämpfen teilzunehmen, fahren Sie tagelang mit Cars durch Europa. Warum nehmen Sie all diese Strapazen auf sich? Was macht für Sie den Reiz des Rock’n’Rolls aus?
Emil Pallmann: Ich habe vor mehr als neun Jahren angefangen. Am Anfang war es einfach ein Hobby, das ich halt gemacht habe. Doch mit der Zeit habe ich dort Freunde fürs Leben gefunden – und eine Leidenschaft fürs Rock‘n‘Roll-Tanzen. Mittlerweile ist es ein fester Teil von meinem Leben. Momente wie an der Weltmeisterschaft in Zagreb sind dann auch wirklich eine Belohnung, für die es sich lohnt, diese «Strapazen» auf mich zu nehmen.
Welches ist Ihr nächstes Ziel?
Emil Pallmann: Ganz klar: der Weltmeistertitel! Dieser zweite Rang ist ein weiterer Schritt, der uns diesem Ziel näher gebracht hat.
Fragen: DUL
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Rock'n'Roll an der Kanti – und auf YouTube
Ladina Wohlgensinger und Emil Pallmann sind am 16. Januar 2026 beim «On the move» an der Kantonsschule Frauenfeld zu sehen. Wer ihre Tanzkünste schon jetzt bestaunen möchte, klickt auf diesen Link. Die Aufnahme zeigt ihren Auftritt, mit dem die beiden am Wochenende vom 22. und 23. November den Vize-Weltmeistertitel in der Kategorie «Juniors» geholt haben.
