Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft: Ausgezeichnete Maturaarbeiten an der Kanti Frauenfeld

Es könnte auch nur eine sein. Oder zwei. Doch in diesem Jahr waren es gleich drei Maturaarbeiten, die die sechsköpfige Jury zur Auszeichnung auserkor. Die Auswahl zeigt: Herausragende Arbeiten gibt es in allen Fachbereichen und der Vielfalt an Möglichkeiten sind kaum Grenzen gesetzt.

Die Prämierten führten das Publikum mit kurzweiligen Präsentationen durch die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. Andrin Töngi nahm sich der Vergangenheit an und brachte Erkenntnisse über die fast in Vergessenheit geratenen Internierungslager in Aadorf und Matzingen während des zweiten Weltkrieges ans Licht. Die Brücke zur Gegenwart schlug ein Zuhörer im Publikum, welcher sich als direkter Nachfahre eines polnischen Internierten zu erkennen gab. Gegenwartserfahrungen standen im Zentrum der künstlerischen Auseinandersetzung von Florine Siegenthaler mit dem Phänomen des «Ateliers». In einem selbst errichteten Kubus liess sie sich von Alltagsgegenständen inspirieren, gestaltete zwei- und dreidimensionale Objekte und analysierte gleichzeitig ihren kreativen Prozess. Und die nahe und ferne Zukunft war die Perspektive von Luc Roth, welcher das Spiel «Electricity» zu den Herausforderungen der Energiewende programmierte. Dabei kombinierte er seine Informatikfähigkeiten mit fundierten Werten und realitätsnahen Szenarien aus der Umweltökonomie – und gelangte zu Erkenntnissen mit durchaus politischer Brisanz.  

Rektorin Chantal Roth, Prorektor und Abteilungsleiter des Gymnasiums Oliver Szokody, Martin Witzig, Vizepräsident der Emil-Halter-Stiftung für Jugendförderung Thurgau und Jurymitglied Astrid Staufer gratulierten und umrahmten mit würdigenden Worten die Präsentationen. Sie waren sich einig: die hohe Intensität der Auseinandersetzungen – so unterschiedlich sie sich in den drei Arbeiten zeigten - verdienen höchsten Respekt.  

Andrin Töngis Auseinandersetzung mit Internierten und Internierungslagern im Kanton Thurgau wurde auch im Rahmen des nationalen Geschichtswettbewerbs «Historia» prämiert. Luc Roth durfte mit seiner Arbeit «ElectriCity» im nationalen Wettbewerb von Schweizer Jugend forscht (SJF) das Prädikat «sehr gut» sowie den Sonderpreis «Energie» entgegennehmen. Dass solche Preise Wegbereiter sein können, zeigt die Arbeit von Denis Spring: Vor einem Jahr wurde seine Arbeit «Direct Air Capture» intern und im Rahmen von SJF prämiert. Der Sonderpreis von SJF ermöglichte es Denis Spring, sich auf der internationalen Bühne zu zeigen. Er vertrat im Mai die Schweiz – und indirekt auch die Kanti Frauenfeld – an der International Science and Engineering Fair in Dallas, USA (Interview Thurgauerzeitung, 30. Mai 2023).

Autor Andreas Graf